Meine Antwort auf diesen Artikel von Herrn Bodo Wünsch.
Ich kann meinem Vorredner und Befürworter des bedingungslosen Grundeinkommens nur sachlichen Stil attestieren.
Ich glaube es ist einfach eine Frage unseren Bewusstseins. Es ist eine Frage des Wissens um die geschichtliche Herkunft unserer politischen Denkrichtungen. Die französische und die russische Revolution, sie waren sehr bedeutend für unser politisches Verständnis heute. Bei diesen Revolutionen ging es genau genommen um Umverteilung. Es war ein Akt des französischen Citoyens, wohl bemerkt nicht des Bürgers. Dieser Akt fand statt außerhalb jeglichen wirtschaftlichen Systems. Wenn wir über das bedingungslose Grundeinkommen diskutieren, dann wird uns plötzlich bewusst und wir sehen es ein, dass unser politisches Parteisystem ja genau diesen wichtigen Ursprung nicht mehr verfolgt.
Die Frage, die in der Luft hing, war ja wie wollen wir die Umverteilung bewerkstelligen? So entstand die sozialistische, kiberale und die konservative Haltung genau dieser Frage gegenüber. Genau um diese und nur diese Frage geht es. Es ist doch völlig absurd in Anbetracht der aktuell in den Bankensektor investierten Milliarden im Zusammenhang mit dem bedingungslosen Grundeinkommen die Nichtfinanzierbarkeit hervorzuheben, aber dann auch vor allem so eine Milchmädchenrechnung anzubieten. Dies bitte ich nicht als Polemik zu verstehen.
Es ist völlig absurd, da ja zumal die Finanzierbarkeit selbst von ernstzunehmenden Kritikern nicht mehr bezweifelt wird. Die Kritiker sind uns sehr willkommen.
Und obwohl ich nicht gerne mit dem Taschenrechner denke, ist folgende Überlegung bezüglich der Finanzierbarkeit viabel:2008 wurden rund 720 Milliarden Euro für soziale Zwecke ausgegeben. Kurz dividiert, ergibt ca. 731,70 Euronen pro Einwohner und Monat. Es wäre unangemessen dieses Rechenbeispiel im Zusammenhang mit den Finanzierungsmodellen zu nennen. Es ist aber gut für Menschen, die jetzt anfangen sich mit dem Thema zu beschäftigen, denn sie können die Verhältnismäßigkeit besser einschätzen.
Es ist auch sehr interessant zu beobachten, dass polemisch argumentierende Menschen so gerne aber unbegründet versuchen, die Finanzierbarkeit zu bezweifeln. Es ist eine strategisch zielende Handlung, die mit der seit 10 Jahren seitens der großen Koalition einhergehenden Erzeihung zum Bewußtsein über den Mangel sehr gut zusammenpasst. Wir sind aufgeklärt was das angeht.
Wenn ich an der Stelle von Umverteilung spreche, reihe ich mich ein in die in der Öffentlichkeit salonfähig gewordenen Position. Es gibt Menschen, die weder Kommunisten noch Sozialsiten sind, die einsehen, mehr noch, die aktiv sich für die Umverteilun geinsetzten. Ich erinner nur an den Artikel von Wolfgang Uchatius in der Zeit.
Ich gebe auch ehrlich zu, dass mich ihre Position etwas beängstigt. Ich habe mit den Traditionen der Philosophie der Freiheit immer Menschen wie Ralf Dahrendorf in Verbindung gebracht, der sich ebenfalls für das bedingungslose Grundeinkommen ausspricht. Eine freie Gesellschaft ist für mich eine Gesellschaft, wie sie z.B. von Karl Popper beschrieben worden ist. Es macht mir Angst.
Freitag, 24. Juli 2009
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